_________ Lo Graf von Blickensdorf

Lo Blickensdorf gilt als das Malwunder der europäischen Kunstlandschaft, gepaart mit einem "besonderen Talent für Komödiantisches". Egal ob Ölmalerei, schräge Performances, Kunstvideos („Hin und Her“), skurrile Plastiken wie „sechs Selbstportraits sich selbst betrachtend“ oder eine Live-Performance mit Götz Alsmann und Hella von Sinnen im WDR-Fernsehen wo er mit seinem Humor glänzte – es gibt keinen besseren. Auch seine langjährige Erfahrung als Comedy- und Gagautor im Fernsehen oder als Cartoonist für satirische Zeitschriften haben dazu maßgeblich beigetragen. Seine meist pointierten Bilder machen seine Ausstellungen immer zu amüsanten Höhepunkten.

Nach der Internatszeit im Graf-Arnold-Alumnat in Burgsteinfurt und einer Lehre als Schriften- und Plakatmaler bekam er eine klassische Ausbildung für Malerei, Film- und Fernsehen und Fotografie an der Fachhochschule Dortmund unter anderem bei den Professoren Pan Walther und Adolf Winkelmann. Auch die frühen Begegnungen als Student mit Salvador Dali, Joseph Beuys und Prof. Timm Ulrichs prägten ihn und seine Arbeit maßgeblich.

   Mit vier Jahren

Doch die wichtigste Ausbildung bekam er durch das Leben und seine frühe Begabung Menschen zu beobachten. Den Wunsch einmal Künstler zu werden, äußerte er bereits frühzeitig. Auf die Frage, was er später einmal werden wolle, antwortete er als 3-jähriger: "Picasso" !

   Mit vierzehn Jahren

Ein weiterer Höhepunkt seiner erstaunlichen Karriere ist das Schreiben von Drehbüchern, Texten oder Gags unter anderem für Harald Schmidt, SOKO Leipzig, Streit um Drei, Weibsbilder, Niedrig und Kuhnt, Lenßen und Partner, diversen Soaps, Klinikum Berlin Mitte und vieles mehr.

      Süßes Leben mit 40 Jahren

Geboren wurde der skurrile Westfale in Münster, wo er in einem besetzten Haus im Umfeld von Udo Lindenbergs Panikorchester seine ersten Sturm- und Drangjahre verbrachte. Mit dem Gründen einer Stadtzeitung und dem Malen von Schallplattencovern, das Gestalten von Kneipen und Discos (Jovel, Café Kling-Klang usw.) und dem drehen von Drogen- und Underground-Filmen machte er sich einen ersten Namen und wurde damals schon begehrter Gast in diversen Talkshows. Anfang der 80er Jahre verließ er seine Heimatstadt Münster und ging nach Berlin um 17 Jahre die Berliner Stadtzeitung Zitty mitzugestalten.

   Mit Götz Alsmann

Neben seiner journalistischen Arbeit entstanden so großartige Werke wie „Ich Farben trennend“ oder satirische Aktionen („Ick will meine Mauer wieder ham“, Erpresser-Dagobert-T-Shirt, No-Olympics-Berlin usw.). Seine Arbeiten bewegen sich dezidiert in einem Grenzbereich von Malerei und Plakatkunst, zweiter und dritter Dimension und erweitern die Möglichkeit dessen, was als Malerei bezeichnet werden kann. Zahlreiche Ankäufe von Sammlern und Museen bestätigen die Qualität von Blickensdorfs Werk. Der ständige und kontinuierliche Preisanstieg seiner Arbeiten zeigt, dass Blickensdorfs Kunst immer mehr im Kommen ist. In den letzten Jahren besann Blickensdorf sich wieder auf seine blaublütigen Vorfahren und nennt sich nun „Lo Graf von Blickensdorf“. Man wird noch viel von ihm hören.

Dr. Günther Keucharth